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Kübelpflanzen Unterhalt und Pflege im Sommer

Alle Pflanzen sind aus dem Winterquartier auf die Terrasse gezügelt und die Angewöhnungsphase und Akklimatisierung ist abgeschlossen. Nun geht es darum, dass man die Wachstumsphase optimal begleitetet und dank einem guten lückenlosen Unterhalt möglichst lange schön blühende Kübelpflanzen hat. Es gibt ein paar grundlegende Aspekte, die unabhängig von der Pflanze Gültigkeit haben.

1. Wahl der Gefässe

Ich bevorzuge leichte Gefässe aus Kunststoff, meistens Terracotta  Imitationen.  Diese Gefässe lassen sich einfach bepflanzen. Sollte die Pflanze einmal zu gross sein oder muss die Erde gewechselt werden, so lässt sich das einfach bewerkstelligen. Da die Gefässe leicht sind, kann man sie einfach kippen, die Pflanzen samt Erde rausziehen. Zudem lässt sich der Kunststoff leicht reinigen. Damit er optisch schön bleibt, verwendet man am besten spezielle Pflegemittel aus dem Fachhandel. Ein weiteres Plus ist bei meinen Pflanzenkübeln, dass ein Wasserreservoir vorgesehen ist. Für faule Gärtner ist das ideal, es gibt weniger Stress bei trockenem Wetter.

2. Mobil oder Nichtmobil

Die meisten Pflanzenkübel haben bei mir Rollen.  Das ermöglicht bei der Anordnung und Standortwahl eine gewisse Flexibilität. Ob auf dem Balkon zwei Personen oder 20 sind stellt eine andere Anforderung an die Platzverhältnisse.  Mit Rollen sind die Kübel rasch zusammengeschoben und es gibt mehr Platz. Bei Wetterwarnungen, Sturmwinden und Hagel lassen sich die Pflanzen einfach an geschützte Stellen verschieben. Oder ist eine Pflanze stark von Schädlingen befallen, in Quarantäne in eine andere Ecke der Terrasse.

Bild: garten.ch - Cymbidium Hybride Sommer bis Spätherbst draussen an der Sonne und frischen Luft

3. Wasser

Je nach Grösse und Art der Pflanze kann der Wasserbedarf sehr gross sein, was bei sehr heissen trockenen Tagen bedeuten kann, dass man zweimal giessen muss. Hier stellt sich die Frage, ob man nicht ein grösseres Gefäss mit mehr Speichervolumen für das Wasser wählen sollte.  Ideal für Wassergaben ist der spätere Abend. Die Verdunstung ist  reduziert und die Pflanze kann ihre Speicher wieder auffüllen. Sollte die Pflanze keinen Giessrand haben oder überläuft der Kübel schnell, weil das Wurzelwerk bereits sehr dicht ist, so ist mehrmaliges giessen in kleineren Gaben unabdingbar.

Eine weitere Frage ist, ob man Regenwasser oder Leitungswasser verwenden soll. Einzelne Palmenarte, blaue Hortensien, Azaleen, Rhododendren, Heidelbeeren oder Orchideen bevorzugen in der Regel Regenwasser, da sie eher auf sauren Böden gedeihen.  Verwendet man anstelle Regenwasser kalkhaltiges Leitungswasser, so verändert sich der PH-Wert der Erde.

Wer die Wassergabe gerne automatisiert findet in den Fachmärkten verschiedene Bewässerungssysteme. Sinnvoll sind jedoch nur diejenigen die Sensoren bezüglich Feuchtigkeit der Erde haben.

Bild: garten.ch - Geranien der dankbare und pflegleichte Klassiker

4. Dünger

Durch das beschränkte Erdvolumen sind auch die Nährstoffe für die Pflanze beschränkt. Die meisten Universalerden verfügen über einen Nährstoffspeicher von zwei bis drei Wochen.  Wer also über diese Zeithinaus wachsende und blühende Pfllanzen möchte, kommt an einer Düngergabe nicht vorbei. Im Fachhandel sind verschiedene System erhältlich. Eine Variante sind Langzeitdünger, die nur einmal verabreicht werden.  Der Vorteil liegt daran, man muss nur einmal daran denken. Weitere verbreitetet Produkte sind die klassischen Flüssigdünger. Hier empfiehlt es sich, die Produkte zu wählen, die über Zusatzstoffe wie Spurenelemente verfügen.  Im Idealfall folgt man den Anweisungen die der Düngerproduzent vorschlägt. Neben der richtigen Dosierung ist darauf zu achten, dass die zu düngenden Pflanzen nicht gänzlich ausgetrocknet sind. Das könnte zu Verbrennungen führen. Daher die Pflanzen vorgängig giessen.

Bild: garten.ch - genügend Nährstoffe ergibt reichliche Blüte

5. Krankheiten Schädlinge

Da man meistens täglich um die Kübelpflanzen herum ist, ist ein integrierter Bekämpfungsansatz möglich. Das heisst man greift nur dann ein, wenn eine kranke Stelle oder eine Frassstelle sichtbar wird. Grundlage einer gesunden Pflanze sind optimale Standortbedingungen. Sollten genügend Wasser und genügend Nährstoffe vorhanden sein und die Pflanze trotzdem erkranken, dann muss man aktiv werden. Es gibt verschiedene biologische Möglichkeiten Krankheiten und Schädlinge zu bekämpfen. Bei kleinen Befällen lassen sich einzelne Blätter oder Zweige wegschneiden. Als ultima Ratio kann man auch zur Chemiekeule greifen. Das macht dort Sinn wo ganze Pflanzenbereiche befallen sind. Wichtig ist dass man zuvor den Schädling oder die Krankheit eindeutig bestimmt. Das ist unabdingbare Voraussetzung für die Wahl eines geeigneten Spritzmittels. Systemische Wirkstoffe gelangen in den Kreislauf der Pflanze und werden so an alle Stellen transportiert. Man erwischt damit auch hartnäckige Schädlinge.

6. Rückschnitt

Verschiedene Pflanzen reagieren auf den Rückschnitt mit neuem Wachstum, z.B. Geranien, Pelargonien, Lantanen, Olivenbäumen, Fuchsien und die meisten Stauden. Laufend sollte man verblühte Blumen entfernen. Dort wo sich Samenstände bilden, diese auch möglichst umgehend entfernen. Sind längere Sommerferien angesagt, so ist es sinnvoll die Pflanze zurückzuschneiden. Bei der Rückkehr findet man viele Knospen vor.  Eine generelle Aussage, wie die Pflanze zu schneiden ist, ist leider nicht möglich. Pelargonien (Geranien), Fuchsien, Orchideen, Oleander und Palmen haben ganz unterschiedliche Anforderungen. Entfernt man beim Oleander die Zweige mit den Blütenständern, so geht es zwei Jahre bis sie wieder nachgewachsen sind. Es ist daher sinnvoll die Pflanze in Etappen zu schneiden.

Bild: garten.ch - Radikalkur Oleander Rückschnitt auf unterschiedliche Triebhöhen, die Unterpflanzung überbrückt das Jahr ohne Blüte.

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