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Schadorganismen: Überwachung und Kontrollen von Bäumen sind wichtig

Bern, 15.06.2016 - Mit der wärmeren Jahreszeit beginnt auch die Aktivitätsperiode von Schadorganismen wie dem Asiatischen Laubholzbockkäfer oder dem Buchdrucker. Die Kontrollgänge der Förster und Waldeigentümer tragen wesentlich zur Prävention bei. Auch die Bevölkerung und Personen, die in «grünen» Berufen tätig sind, können mit Hinweisen dazu beitragen, dass ein Befall möglichst früh entdeckt und bekämpft werden kann.

Der Asiatische Laubholzbockkäfer (ALB) gilt gemäss Pflanzenschutzverordnung als besonders gefährlicher Schadorganismus, der in der Schweiz nicht verbreitet werden darf und konsequent bekämpft werden muss. Er befällt Laubbäume und kann sie zum Absterben bringen. Eingeschleppt wird er mit Verpackungsholz (z. B. Paletten) aus Asien. Er ist in der Schweiz erstmals 2011 im Kanton Freiburg aufgetreten. Bis heute gibt es in der Schweiz vier Freilandbefälle. Die grössten Befälle wurden 2012 in Winterthur (ZH) und 2014 in Marly (FR) entdeckt. Insgesamt wurden in der Schweiz bisher mehrere hundert lebende ALB, einige tote Käfer und zahlreiche lebende Larven gefunden.

Wertvolle Hinweise aus der Bevölkerung

Wird ein Befall möglichst früh entdeckt, können ihn die zuständigen Behörden rascher und besser bekämpfen. Deshalb sind auch Hinweise von Personen, die in «grünen» Berufen tätig sind (Gärtner, Landschaftsgärtner, Baumpfleger usw.), sowie Beobachtungen aus der Bevölkerung sehr wertvoll. So wurde der ALB-Befall in Berikon (AG) im Sommer 2015 dank eines aufmerksamen Gärtnerlehrlings entdeckt. Um Berufsleute, die im Grünflächenunterhalt tätig sind, für die Befallssymptome des ALB zu sensibilisieren, arbeitet der von den Bundesämtern für Umwelt (BAFU) und Landwirtschaft (BLW) geführte Eidgenössische Pflanzenschutzdienst EPSD mit Verbänden der Grünen Branche zusammen und bietet Informationsmaterial und Schulungen an.

Wer einen verdächtigen Käfer sieht, sollte ihn fangen, wenn möglich lebendig in einen fest verschliessbaren Behälter geben, nach Möglichkeit fotografieren, auf Verwechslungsmöglichkeiten überprüfen (www.waldschutz.ch/anoplophora) und dann umgehend den zuständigen kantonalen Pflanzen- oder Waldschutzdienst informieren.

 

Kühl-feuchter Frühling bremste die Vermehrung des Buchdruckers

Die Trockenheit und Hitze im Sommer 2015 hat die Fichten insbesondere auf Böden mit geringem Wasserspeichervermögen geschwächt und für Schädlingsbefall anfällig gemacht. Der Buchdrucker, jene Borkenkäfer-Art, die Fichten befällt, vermehrte sich letztes Jahr wetterbedingt schnell und stark. Daher stiegen die Populationen in weiten Teilen des Mittellandes und lokal auch im Jura stark an. Die kühl-feuchte Witterung der letzten Wochen bremste die Vermehrung der Buchdruckerpopulationen. Nach wie vor sind aber rechtzeitige Überwachungs- und Bekämpfungsmassnahmen entscheidend.
 

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