
Ein sattgrüner Rasen ist das Aushängeschild vieler Gärten und für viele Gartenbesitzende das Sinnbild eines gepflegten Grundstücks. Doch die weitverbreitete Annahme, regelmässiges Mähen allein reiche aus, um ihn gesund zu halten, ist ein Irrtum. Ein schöner Rasen entsteht nicht zufällig – er ist das Ergebnis gezielter, saisonaler Pflege vom Frühjahr bis in den Herbst.
Wer sich einen dauerhaft dichten, widerstandsfähigen Rasen wünscht, muss ihn das ganze Jahr über begleiten. Von der Bodenvorbereitung über die Sortenwahl und richtige Aussaat bis zur Pflege und Bewässerung folgen im Verlauf des Jahres viele Schritte, die aufeinander abgestimmt sein müssen. Kein Zufall, dass es auf Golfplätzen eigens sogenannte „Greenkeeperinnen“ und „Greenkeeper“ gibt – sie sorgen für genau diese perfekte Rasenpflege, die man sieht und bei jedem Schritt spürt.

Gut zu wissen
Bereits bei der Anlage des Rasens wird die Basis für Qualität und Langlebigkeit gelegt. Eine sorgfältige Bodenvorbereitung und die Auswahl einer zur Lage und zur Nutzung passenden Regelsaatgutmischung – etwa Schattenrasen, Sport- und Spielrasen oder Zierrasen – entscheiden über den späteren Pflegeaufwand. Auch die Rasenpflege wie Düngung, Bewässerung, Vertikutieren und Aerifizieren zu den richtigen Zeitpunkten haben grossen Einfluss auf die Vitalität der Gräser. Besonders in den heissen Sommermonaten spielt die Wasserversorgung eine entscheidende Rolle: Zu wenig Wasser führt zu braunen Flecken, zu viel schwächt die Wurzeln. Die Fachbetriebe des Garten- und Landschaftsbaus (GaLaBau) bieten heute Komplettbetreuung vom Bodentest über die Herstellung einer Rasenfläche bis zur saisonalen Pflege an. Joana Gasper vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (BGL) erläutert: „Das spart nicht nur Zeit, sondern schützt auch vor Fehlentscheidungen, die sich langfristig teuer auswirken können. Ein individuell abgestimmter Pflegeplan sorgt dafür, dass Nährstoffe, Wasser und Belüftung im Gleichgewicht bleiben.“ Professionelle Rasenpflege umfasst zum Beispiel Vertikutieren, Belüften, Nachsaat, Düngen und Bewässern zur richtigen Zeit und in der richtigen Dosierung. Gerade hier zeigt sich, dass Fachwissen, Erfahrung und auch spezielle Technik den Unterschied machen. Die Expertinnen und Experten wissen, wie Staunässe vermieden werden kann und wann der beste Zeitpunkt einer Düngung ist, um den Rasen durch gezielte Nährstoffgaben ganzjährig zu versorgen. Das Ergebnis: ein dauerhaft schöner Rasen bei deutlich geringerem Aufwand.

Aspekt Nachhaltigkeit
Wer über Rasen spricht, sollte in Zeiten des Klimawandels aber auch dessen ökologische Seite bedenken. Joana Gasper: „Zierrasenflächen benötigen viel Wasser und Dünger – Ressourcen, die immer kostbarer werden. Umweltbewusste Gartenbesitzerinnen und -besitzer setzen deshalb zunehmend auf Mischflächen: Ein Teil des Rasens bleibt gepflegt als Aufenthaltsbereich, während ein anderer Teil zur artenreichen Wildwiese umgestaltet wird.“ Diese Entwicklung hat oft auch mit veränderten Nutzungsansprüchen zu tun. In der Familienphase, insbesondere mit kleinen Kindern, ist der Rasen eine wichtige Spielfläche und gehört deshalb für die meisten Menschen unbedingt dazu. In einer späteren Lebensphase aber wird der Rasen nur noch selten genutzt. Eine Wildwiese dagegen ist ein Statement für Natur- und Umweltschutz, schafft Lebensraum für Insekten und Vögel, spart Wasser und bringt natürliche Lebendigkeit zurück in den Garten. Die Umgestaltung eines Teils des Rasens hat also mehrere Vorteile, wobei es auch für den verbleibenden Rasen lohnt, ökologische Aspekte zu bedenken. Joana Gasper: „Trockene Wildwiesen sind ein Eldorado für Biodiversität. Dieser Teil des Gartens muss nicht zusätzlich bewässert werden. Der Zierrasen hingegen benötigt viel Wasser. Angesichts häufiger Trockenphasen und steigender Wasserpreise empfehlen wir für die Bewässerung von klassischen Rasenflächen in jedem Fall auf Trinkwasser zu verzichten. Es bietet sich an, den Dachabfluss und nach Möglichkeit auch das Regenwasser von Einfahrt und Terrasse aufzufangen und hierfür zu nutzen.“ Je nach individueller Gartensituation kann das Regenwasser in einer Mulde im Garten versickern oder in einer unterirdischen Zisterne oder ganz klassisch in Regentonnen gespeichert werden. Auch smarte Bewässerungssysteme, die sich an Bodenfeuchtigkeit und Wetterdaten orientieren, helfen, den Wasserverbrauch zu reduzieren.

Weitere Informationen zum Rasen und allen anderen Gartenthemen sowie eine Liste mit Fachbetrieben des Garten- und Landschaftsbaus in Ihrer Nähe finden Sie auf: www.mein-traumgarten.de.

BGL
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