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Thuja Sterben was tun?

Verschiedene Gartenfachleute sehen als Ursache für die Schäden an den Thuja-Hecken die veränderten klimatischen Bedingungen. Die Sommer werden mediterraner mit höheren Temperaturen, weniger Niederschlägen, längeren Trockenphasen und vermehrte Hitze-Extreme.
 

Für die Thuja Pflanzen, die ursprünglich feuchte Lebensräume in Küstengebieten besiedelten, ist dieser Klimawechsel eine markante Verschlechterung der Standortbedingungen. Die Anfälligkeit bezüglich Krankheiten und Schädlingsbefall nimmt dadurch stark zu.

Durch eine Optimierung der mikroklimatischen Bedingungen bleibt etwas Handlungsspielraum bestehen. Man muss nicht unbedingt auf das satte Grün, die kompakte Wuchsform und die gute Abschirmung gegen Lärm und Staub einer Strasse verzichten, wenn man ein paar Aspekte des Standorts berücksichtigt.

Ungeeignete Standorte sind Böschungskronen auf durchlässigen Kies- oder Kalkböden. Auch Lagen direkt an einer Strasse sind exponiert. Meistens ragt das Kiesbankett in den Pflanzbereich des Gartens. Das führt dazu, dass das Erdreich tendenziell zu trocken ist. Die Wärmespeicherung des Strassenbelages trägt zudem zu einer Temperatursteigerung bei was wiederum die Verdunstung des Wassers beschleunigt.

Idealer sind Lagen in flachen Gebieten, Senken, feuchte teilbeschattete Zonen im Garten in humosen Böden, jedoch ohne stauende Nässe.  Entlang von Strassen lässt man mindestens einen Meter Abstand zum Belag. Mit Stauden und Bodenbedeckern lässt sich der Streifen schön gestalten. So ist er erst noch unterhaltsarm. Das flache Wurzelwerk der Thuja kann sich genügend ausbreiten. (Siehe Artikel Stulpen für die Hecke).

Wen für die Thuja Hecke keine geeigneten Standortbedingungen vorliegen, dann sollte man sich von ihr trennen und Alternativen in Betracht ziehen.

Immergrüne Alternativen

  • Wintergrüne Ölweide: Elaeagnus ebbingei
  • Grüne Heckenberberitze : Berberis thunbergii
  • Eibe:  Taxus media ‘Hillii’
  • Stechpalme: Ilex meserveae 'Blue Prince' ® / männlich

Bild garten.ch: Pilzbefall Thuja Hecke

Die verbreitetsten Pilze

Phytophthora cinnamomi
Wurzel- und Stängelfäule. Ganze Triebe und später die ganze Pflanze beginnt zu welken und stirbt ab. Das Wurzelwerk ist ebenfalls zerstört. Die Ausbreitung des Pilzes erfolgt über Sporen im Boden. Die Infektion erfolgt über schadhafte Stellen im Wurzelwerk. Hacken oberhalb der Wurzelfläche zur Unkrautentfernung ist nicht zu empfehlen. Der Pilz tritt vor allem bei Staunässe auf.
Befallene Pflanzen inklusive Wurzeln entfernen. Staunässe durch den Einbau einer Drainage reduzieren.

Pestalotia funerea
Zweigsterben: Der Pilz ist ein Schwäche-Parasit und befällt Pflanzen, die bereits mit anderen Problemen kämpfen. Der Befall tritt zuerst an den Zweigspitzen auf. Bei starkem Befall verkahlen die Pflanzen von Aussen nach Innen. Bei Thuja, die im alten Holz nicht mehr austreiben, ist das besonders verheerend. Die Bekämpfung lohnt sich auch hier nur, wenn man die Einflüsse, die zu einer Schwächung der Pflanze führten, abwenden kann. Im Handel sind zudem verschiedene Spritzmittel erhältlich.

Kabatina thujae
Triebsterben oder Zweigsterben: Einzelne Triebabschnitte verfärben sich und werden später braun. Aus schwarzen dunklen Fruchtkörpern treten anschliessend die Sporen aus. In der Regel sind nur einzelne Teile der Pflanze betroffen. Befallene Zweige möglichst rasch entfernen. Mit Fungizid zum Zeitpunkt der Sporenbildung spritzen.

Didymascella thujina
Schuppenbräune: Dieser Pilz tritt hauptsächlich an Junpflanzen oder Standorten mit starker Beschattung und hoher Feuchtigkeit auf. Er produziert das ganze Jahr Sporen, was die Bekämpfung mit Fungiziden erschwert. Ältere Exemplare sind widerstandsfähiger.

Neben den Pilzkrankheiten existieren ein paar tierische Schädlinge, die teilweise ein ähnliches Schadensbild verursachen. Die verbreitetste ist die Thuja Miniermotte. Wie im Namen enthalten höhlt die Larve die Triebe aus und zerstört so die Bahnen für den Wasser-und Nährstofftransport. Sind die Zweige innen hohl, war dieses Insekt am Werk.

Wer bereits eine Thujahecke gepflanzt hat, sollte nachträglich möglichst optimale Wachstumsbedingungen schaffen. Genügend Nährstoffe und genügend Bodenfeuchtigkeit sind zwingende Erfolgsfaktoren.

Wer sich mit dem Gedanken befasst eine Thujahecke zu pflanzen, sollte den Standort bezüglich der Anforderungen der Pflanze genau überprüfen und nur zur Tat schreiten, wenn diese ideal sind.

Wer bereits mit einer sterbenden Hecke konfrontiert ist, weil die Standortbedingungen nicht ideal sind, zieht besser früh als spät die Reissleine und ersetzt die Hecke durch alternative Pflanzen.
 

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