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Schnecken verbreiten Pflanzensamen

Diese Entdeckung überraschte selbst Wissenschafter: Schnecken verbreiten in feuchten Buchenwäldern Pflanzensamen und tragen damit zur Verbreitung von Arten bei. Anders als die Ameisen, verdauen sie die Samen und scheiden sie unverändert wieder aus.
Bild: Samen von Buschwindröschen (Anemone nemorosa) werden in feuchten Wäldern von Schnecken verbreitet. / Moonwalker 74

Für die Verbreitung von Pflanzensamen sind in trockenen Wäldern Ameisen zuständig, die in erster Linie an den eiweisshaltigen Stoffen interessiert sind. Wie aber werden Samen in feuchten Wäldern (z.B. Buchenwäldern) verbreitet? Dieser Frage gingen Forschende der Technischen Universität München nach. Und sie kamen auf eine erstaunliche Antwort: Wegschnecken sind in feuchten Wäldern für die Verbreitung von Samen zuständig. Vor allem bei Buschwindröschen, Waldveilchen oder Schneeglöckchen. Anders als die Ameisen verdauen die Schnecken die Samen und scheiden sie wieder aus. Sie keimen weiter entfernt (4 m) von den ursprünglichen Pflanzen als dies bei der Samenverbreitung von Ameisen (ca. 1 m) der Fall ist.
Mit dieser Entdeckung erkannte Dr. Manfred Türke, Studienleiter des Forschungsprojekts, wie wichtig die Schnecken bei der Verbreitung von Wildpflanzen sind. Künftig will er mit seinem Team weitere Ökosysteme auf die Rolle von Schnecken als Samenverbreiter untersuchen.
 

(Quelle: idw)

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