
Wie sieht der Garten der Zukunft aus? Oder auch: Wie wird mein Garten zukunftsfit? Mit diesen Fragen wenden sich immer mehr Gartenbesitzende an die Experten für Garten und Landschaft.
Ganz gleich, ob bei der Neuanlage eines Grundstücks oder bei der Umgestaltung eines bestehenden Gartens – die grössten Unsicherheiten zeigen sich mit Blick auf die Veränderungen infolge des Klimawandels, sowohl bei der Pflanzenauswahl als auch bei der Materialwahl für Wege und Terrassen. Karl Jänike vom Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Nordrhein-Westfalen e.V. (VGL NRW) verweist in diesen Punkten dann gern auf die sechs Wohlfühlgärten der Mitglieder des Verbandes auf der Landesgartenschau in Neuss. Diese greifen genau diese aktuellen Themen auf. „Gartenbesitzende wünschen sich einen Garten, den sie als geschützten Privatraum nutzen können und der ihnen langfristig für Freizeit und zur Erholung dient“, so Jänike. „Die drei Beispielgärten ‚Der ohne Beton‘, ‚Kreislauf‘ und ‚Auf den Punkt – Natur spüren und geniessen‘ verbinden naturnahe Gestaltung, Ressourcenschonung und Aufenthaltsqualität zu einem gemeinsamen Statement für zeitgemässen Gartenbau.“

Hereinspaziert!
Alle drei Gärten zeigen beispielhaft Möglichkeiten, wie sich private Gärten zukunftsfit gestalten lassen: Entsiegelung, klimaangepasste Bepflanzung, Recycling von Materialien. Die Experten für Garten und Landschaft schaffen auch auf kleiner Fläche eine harmonische Verbindung von ökologischer Verantwortung und ästhetischem Anspruch, erläutert Karl Jänike, der im VGL NRW unter anderem das Thema Nachhaltigkeit verantwortet: „Die Wohlfühlgärten machen deutlich, dass nachhaltige Gestaltung kein Verzicht ist, sondern ein Gewinn an Lebensqualität. Wer heute Gärten plant und baut, denkt nicht nur an schöne Pflanzen, sondern auch an Klima, Wasser, Materialien und langfristige Nutzung.“

Der Garten „Der ohne Beton“ wurde vom VGL-Mitgliedsbetrieb Meyers & Schwarze Garten- und Landschaftsbau aus Tönisvorst gebaut. Er setzt ein Zeichen gegen Versiegelung und für eine Gestaltung mit möglichst naturnahen, durchlässigen Flächen. Besuchende der Landesgartenschau können hier sehen, wie sich ein Garten lebendig, modern und zugleich klimafreundlich anlegen lässt. Auch im Garten „Kreislauf“ steht der bewusste Umgang mit Ressourcen im Mittelpunkt. In dem von Landschaftsarchitekt Burkhard Damm geplanten und vom VGL NRW-Mitgliedsbetrieb Cremes Gartengestaltung aus Grevenbroich gebauten Garten wird sichtbar, wie sich Materialien wiederverwenden, Kreisläufe schliessen und neue Gestaltungsideen mit nachhaltigem Anspruch verbinden lassen. Der dritte Wohlfühlgarten „Auf den Punkt – Natur spüren und geniessen“ ergänzt die beiden Konzepte um die Erlebnisdimension. Er wurde vom Gartenarchitekturbüro gartenplus – die Gartenarchitekten geplant und vom Unternehmen Fonken Garten- und Landschaftsbau aus Grevenbroich gebaut und lädt dazu ein, Natur unmittelbar wahrzunehmen, zu verweilen und die positive Wirkung von Pflanzen, Strukturen und Atmosphäre zu erleben. Unbedingte Empfehlung für Gartenschaubesucher sind aber auch die anderen drei Wohlfühlgärten von Mitgliedsunternehmen des VGL NRW, deren Themen schon Lust auf mehr machen: „Human Living meets Nature“ von der Gartenmanufaktur Schmidt aus Köln, „Natürlich schön, natürlich besonders: Der Garten Deiner Träume“ von dem GaLaBau-Unternehmen NBS Gartenträume aus Grevenbroich und „Freiraum – Ein Garten zum Träumen, ein Zuhause voller Leben“, geplant von Niklas Vent aus Düsseldorf und gebaut von Julian Browa aus Neuss.

Vielfalt ist gefragt
„Die Besucherinnen und Besucher sehen auf der LaGa in Neuss nicht nur Gestaltungsideen, sondern konkrete Antworten auf die Fragen unserer Zeit“, so Jänike. „Gerade in dicht besiedelten Regionen wie hier bei uns in NRW braucht es Gärten, die zugleich schön, funktional und klimaresilient sind.“ Mit den sechs Wohlfühlgärten zeigen die Mitgliedsbetriebe des Verbandes, dass moderne Gartengestaltung wesentliche Beiträge zu mehr Lebensqualität, mehr Artenvielfalt und einer zukunftsfähigen grünen Stadt- und Gartenkultur leistet – und damit auch konkrete Wünsche und Erwartungen von Gartenbesitzenden erfüllt. Das bestätigt eine aktuelle, repräsentative KfW-Research-Befragung: In den vergangenen elf Jahren haben die Bemühungen um artenreiche Gärten zugenommen, wie der Abgleich mit einer Erhebung aus dem Jahr 2015 zeigt. Die bundesweit etwa 17,2 Millionen Privatgärten sind und werden demnach immer mehr als wichtige Inseln der Biodiversität in Dörfern und Städten wirksam und zunehmend auch von Städten und Gemeinden als Teil einer grösseren ökologischen Gesamtstrategie verstanden. Jede entsiegelte Fläche, jede standortgerechte Pflanzung und jede bewusste Materialentscheidung zahlt auf ein widerstandsfähigeres städtisches Mikroklima ein. Gerade vor dem Hintergrund zunehmender Hitzeperioden und Starkregenereignisse gewinnen Gärten als Retentionsräume, Kühlinseln und Lebensräume weiter an Bedeutung. Weitere Informationen über die Landesgartenschau Neuss 2026 unter www.landesgartenschau-neuss.de und zum VGL NRW unter www.galabau-nrw.de.

VGL NRW
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