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Garten im Winter – was tun, was lassen?

Das Thema Schneiden von Gehölzen und Rosen führt häufig zu Unsicherheiten. Was, wann und wie? Besser nicht im Winter. Achten Sie auf Ihre immergrünen Gehölze: sie brauchen an milden Wintertagen Wasser damit sie nicht verrtrocknen. Nun bleibt endlich Zeit für Gartenbücher und Kataloge. Winter ist auch Zeit der Planung.

Im Winter können sich Gärtnerinnen und Gärtner entspannen und sich auf die nächste Saison vorbereiten. Es wäre verkehrt, wenn Sie mit der Schere oder der Säge durch den Garten rennen und alles kurz und klein schneiden. Warum? Damit richten Sie mehr Schaden an, als dass Sie den Gehölzen Gutes tun. Empfindliche Gehölze leiden unter der Kälte und ihre Triebe können zurückfrieren.

Bild: Die Früchte der Vogelbeere (Sorbus aucuparia) sind zierend, aber auch gutes Futter für Vögel./Fredy Ungricht, planivers.

Ein Schnitt verursacht immer auch eine offene Wunde und die schliesst sich im Winter schlecht, das heisst sie überwallt nicht. Das kann dazu führen, dass sich dort Krankheitskeime ansiedeln. Nur wenige robuste Gehölze ertragen einen Schnitt in dieser Jahreszeit (z.B. Apfelbäume, Hainbuche).

Gegen Ende Winter, wenn es milder wird und an trockenen Tagen können Sie Obstgehölze schneiden. Bei Ziergehölzen ist jedoch Vorsicht geboten, denn längst nicht jedes Jahr ist ein Schnitt notwendig. Manche sollten besser nie geschnitten werden (z.B. Hamamelis, Blumen-Hartriegel, Magnolien, Heptacodium, Chinesische Winterblüte u.a.). Es ist sicher sinnvoll, erst einmal die Gehölze kennenzulernen: Wann blühen sie? An welchen Trieben? An diesjährigen oder an mehrjährigen? Wie ist die typische Wuchsform? Suchen Sie Informationen über Ihre Gartengehölze im Internet oder in Fachbüchern. Wenn Sie unsicher sind, wie und ob Sie überhaupt schneiden sollen, erkundigen Sie sich im Gartencenter oder in der Baumschule, wo Sie das Gehölz gekauft haben.

Bild: Ramblerrosen wie diese 'Bobbie James' bilden reichlich Hagebutten im Winter. Diesen Rosentypen sollte nur alle paar Jahre einzelne Triebe ausgeschnitten werden (von der Basis aus)./Rudolf, Rosenwiki

Rosenpflege im Winter

Bei Rosen ist ein Schnitt im Winter nicht notwendig. Es macht nur dort Sinn, wo sich lange Triebe entwickelt haben und bei denen die Gefahr besteht, dass sie durch Schneefall brechen könnten. Diese Triebe können Sie etwas kürzen.

Bei den  Rosen gilt wie bei den Ziergehölzen: Was für ein Typ Rose steht in Ihrem Garten? Einmalblühende Ramblerrose, mehrfach blühende Strauchrose oder eine Wildrose? Versuchen Sie das herauszufinden bevor Sie sich im Frühjahr (März, April) ans Schneiden machen. Vorsicht auch hier: Es ist wichtig zu wissen, an welchen Trieben Ihre Rose blüht, sonst bringen Sie sich mit Ihrem Schnitt womöglich ganz oder teilweise um die Blüte.

Viele Rosen werden stets sorgfältig eingepackt. Diese Mühe ist bei Rosenbäumchen und bei empfindlichen Edelrosen angebracht, sei es mit einem schützenden Vlies oder mit Tannenästen. Das muss aber längst nicht bei jeder Rose sein. Damit würden Sie sich zuviel Arbeit machen.

Sie fragen sich vielleicht: Warum machens denn die Profis? Sie erledigen Schnittarbeiten oft schon im Spätherbst und packen dann die empfindlich gewordenen Rosen ein, damit sie keinen Schaden nehmen. Dass sie im Herbst/Winter schneiden, hat oft mehr damit zu tun, dass sie dann Zeit dazu haben.

Für die Rosen und andere Gehölze, die dann unters Messer kommen, ist das aber nicht ideal. Eine individuelle Behandlung der Rosen unter der Ziergehölze ist die optimale Pflege, die Sie als Gärtnerin oder Gärtner den Pflanzen geben können.

Gräserskulpturen, muss das sein?

Der einzige Grund, warum Ziergräser geschnitten oder zusammen gebunden werden sollten, ist nasser, schwerer Schnee. Das kann aber immer noch dann erledigt werden, wenn es soweit ist. Vorbeugendes Schneiden oder Zusammenbinden ist nicht notwendig. Warum sich  um die Schönheit der Gräser bringen? Der Anblick von Gräsern, die im Wind schaukeln und rauschen oder Raureif, der aus den Gräsern Kunstwerke macht... Leider greift die Unsitte, alle Ziergräser zu Besen zu binden um sich. Es macht nur beim Pampasgras Sinn, das empfindlich ist auf Feuchtigkeit. Alle anderen Ziergräser sind robust genug und überstehen unsere Winter sehr gut.

 

Bild: In Massen gepflanzt sehen diese Chinaschilf-Horste (Miscanthus) auch locker zusammen gebunden noch gut aus. Einzelexemplare wirken jedoch oft wie Besen. Notwendig ist das aber nicht./Fredy Ungricht, planivers.

Giessen im Winter?

Das betrifft ausschliesslich immergrüne Kübelpflanzen (z.B. Koniferen, Bambus, mediterrane Sträucher und Gehölze).  An sonnigen, milden Wintertagen muss besonders darauf geachtet werden, dass diese Pflanzen mit Wasser versorgt werden. Bei milderem Wetter verdunsten sie Wasser über die Blätter und nehmen mit den Wurzeln wieder  Wasser auf. Wenn keines zur Verfügung steht oder der Boden gefroren ist, dann vertrocknen die Pflanzen. Diese sogenannte Frosttrocknis ist ein häufiger Grund, warum Kübelpflanzen eingehen. Selten ist die Kälte der Grund dafür.

Vorbereiten auf das nächste Jahr

Die wichtigste und genussreichste Arbeit ist die Vorbereitung auf das nächste Gartenjahr. Nun endlich ist Zeit, um in Gartenbüchern zu schmökern, in Katalogen zu blättern und neue Rabatten oder Gartenbereiche zu gestalten auf dem Papier. Eine besondere Vorbereitung erfordern die Gemüsebeete in Mischkultur. Hierzu werden wir Ihnen in einem der folgenden Beiträge nützliche Informationen liefern.

Text: Elisabeth Jacob

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