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Das Gartenjahr beginnt: Was gibt es jetzt zu tun?

Bild BGL

Der Garten steht niemals still – zwar könnte man es beim Blick auf den winterlichen Garten meinen, doch wer genau hinschaut, sieht im Spätwinter hier und da bereits das spriessende Leben. Sichtbare Zeichen, dass es wieder beginnt: das neue Gartenjahr!

Und mit ihm stehen auch wieder die ersten Aufgaben auf der Agenda, die für einen vitalen und rundum schönen Garten zu empfehlen sind. Doch was genau ist zu tun?

Kontrollgang: Wege, Treppen, Terrassen und Teich

Das Frühjahr ist perfekt für einen Kontrollgang durch den Garten. Landschaftsgärtnerinnen und Landschaftsgärtner sichten nun die Wege, Treppen und die Terrasse auf Trittsicherheit. Durch Regen und Frost können hier und da schonmal Platten oder Pflastersteine gelockert worden sein – Algen, Moose und Pilze haben eventuell für einen rutschigen und unansehnlichen Belag auf Holzpanelen und glatten Oberflächen gesorgt. Damit hier niemand stürzt, sorgen die Profis wieder für festen Tritt und eine schöne Optik. Auch beim Gartenteich empfiehlt sich ein genauerer Blick: Haben sich einige Pflanzen zu stark ausgebreitet? „Vor allem Seerosen können in ihrer Anzahl deutlich zunehmen und mit der Zeit zu viel Wasseroberfläche bedecken. Für ein natürliches Gleichgewicht sollten aber im besten Fall immer zwei Drittel der Teichoberfläche frei von Schwimmpflanzen sein“, erklärt Dr. Michael Henze vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (BGL). „Gartenbesitzenden fällt das natürlich etwas schwer, aber wir empfehlen doch, bei Bedarf einzugreifen und die Pflanzenanzahl zu reduzieren.“ Trifft jedoch das Gegenteil zu und die Pflanzenwelt im und um den Teich darf noch etwas vielfältiger und prächtiger sein, dann ist das Frühjahr die perfekte Zeit für eine Nachpflanzung. In jedem Fall lohnt es, altes Laub und Pflanzenreste sowie vertrocknete Pflanzenteile der Uferbepflanzung aus dem Gartenteich zu entfernen.

Bild BGL: In den Stauden- und Gräserbeeten regt sich je nach Witterung schon im Winter wieder das Leben. Wer ihnen Platz geben möchte, schneidet altes Laub früh im Jahr mutig zurück.

Schnitt-Zeit: Stauden, Gräser, Rosen und Gehölze 

In den Stauden- und Gräserbeeten regt sich je nach Witterung schon im Winter wieder das Leben. Wer genau hinschaut, entdeckt erste grüne Triebe zwischen den trockenen Halmen und Blättern. Die Zwiebelblumen und auch einige Stauden und Gräser zieht es wieder ins Licht und dafür brauchen sie Platz.  Alte Triebe aus dem letzten Jahr sollten rechtzeitig vor dem Neuaustrieb mutig zurückgeschnitten werden. „Haben die Stauden mit der Zeit etwas an Blühfreudigkeit verloren oder zeichnet sich in ihrer Mitte eine kahle Stelle ab, raten wir Expertinnen und Experten zur Teilung der Pflanze. Dadurch wird sie verjüngt und erfreut wieder mit imposanter Blüte und Wuchs“, erklärt Dr. Michael Henze vom BGL. Wichtig hierbei ist es, zu wissen, welche Stauden wann und wie geteilt werden können. Eine generelle Regel lautet: Im Herbst sind die Spätsommerblüher dran, jetzt im Frühjahr die Herbstblüher wie Astern oder Herbstanemonen. Dann haben die Pflanzen den Sommer über ausreichend Zeit, neue Wurzeln zu bilden, anzuwachsen und dann im Herbst erneut zu erfreuen. Dr. Michael Henze: „Das Teilen von Stauden ist natürlich nicht jedes Jahr nötig, aber sollte doch je nach Art hin und wieder erfolgen.“ 

Bild BGL: Rosen - ebenso Kletterpflanzen und einige grössere und kleinere Gehölze - sollten nun einen fachmännischen, formenden und wuchsfördernden Schnitt bekommen.

Auch Rosen müssen geschnitten werden, unbedingt vor dem Austrieb. Als bewährte Gartenregel gilt, dass die Rosen spätestens zur Forsythienblüte in den Fokus genommen werden sollten. Der Schnitt verjüngt sie und fördert ihre Vitalität. „Hier kommt es darauf an, um welche Rose es sich handelt“, betont Dr. Michael Henze vom BGL. „Während Edelrosen stark eingekürzt werden, benötigen Bodendeckerrosen nur alle paar Jahre einen leichten Pflegeschnitt. Kletterrosen, Strauchrosen und Hochstammrosen sind wieder anders zu behandeln. Bei Unsicherheit rate ich, sich an einen Landschaftsgärtner oder eine Landschaftsgärtnerin zu wenden. Sie wissen genau, was zu tun ist. Dasselbe gilt auch für alle anderen Gehölzschnitte – ob Obstbaum, Hecke oder Zierstrauch – sie sind auf keinen Fall alle gleich zu behandeln.“ Hinweis: Gemäss Bundesnaturschutzgesetz dürfen Hecken, Sträucher und andere Gehölze ab dem 1. März nicht mehr stark zurückgeschnitten werden, ab dann sind zum Schutz für brütende Vögel nur noch schonende Pflegeschnitte zur Formkorrektur erlaubt.

Pflanzen und pflegen: Beete, Bäume und Rasen

Der Frühling ist neben dem Herbst die beste Pflanzzeit. Jetzt steigen die Temperaturen wieder langsam, zugleich haben die Gewächse noch genug Zeit, vor dem Sommer zu wurzeln. „Direkt nach dem Winter bringen wir Landschaftsgärtnerinnen und Landschaftsgärtner zum Beispiel Obstbäume und -sträucher in den Boden – vor allem die exotischeren Varianten wie Feigen oder Kiwis empfehlen sich jetzt“, weiss Dr. Michael Henze vom BGL. „Auch mit Ziersträuchern und kleineren Bäumen kann man nun Blickpunkte in den Garten setzen, zum Beispiel mit der Felsenbirne, dem Hartriegel oder dem Kugelahorn. Die Beete freuen sich über Gräser und Stauden, die Lücken füllen, die sich letzten Sommer und Herbst gezeigt haben: Herbstanemonen, Fetthenne, Sonnenhut und vieles mehr.“

Bild BGL: Gräser wollen geschnitten, der Teich kontrolliert werden.

Nicht zuletzt freut sich der Rasen nach dem Winter über etwas Aufmerksamkeit: Laub und Zweige, Moospolster und Maulwurfshügel sollten nun entfernt werden. Die Profis für Garten und Landschaft sichten dabei auch feuchte Stellen, die sich nach der nassen Jahreszeit abgezeichnet haben. Hier sorgen sie nach Möglichkeit dafür, den Boden aufzulockern, damit Regenwasser wieder besser versickern kann. Anschliessend wird gemäht, bei Bedarf einige Zeit später auch vertikutiert, nachgesät und gedüngt – damit die Fläche für die wärmere Jahreszeit wieder fit und für Entspannungsmomente, Fussballspiele und mehr strapazierfähig ist.

Weitere Informationen rund um den Garten sowie eine Liste mit Fachbetrieben des Garten- und Landschaftsbaus in Ihrer Nähe finden Sie auf: www.mein-traumgarten.de.

BGL

Bild BGL: Gerade auch im Vorgarten ist es nun nach dem Winter wichtig, die Treppen und Zuwege auf Trittsicherheit und Festigkeit zu kontrollieren.

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