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Mandevilla - ideal für Balkone und Terrassen

Für sonnige Balkone und Terrassen ist es oft nicht einfach, robuste, pflegeleichte Pflanzen zu finden, die keine intensive Wasserversorgung benötigen. Neue Sorten der Mandevilla sanderi (syn. Dipladenia) erweitern das Farben- und Formenspektrum und machen sie zu pflegeleichten, attraktiven Balkonpflanzen.

Von Weiss, Rosa bis zu kräftigen Rottönen und neu ist auch eine exklusive, gelbe Sorte erhältlich. Manche wachsen aufrecht  (Diamantina Jade ‚White’), andere wiederum haben einen kletternden oder hängenden Wuchs (Diamantina Opale ‚Granat’ oder D. ‚Cream Pink’). Mit diesen Eigenschaften eignen sie sich für verschieden grosse Balkone. Alle Pflanzen haben glänzende, dunkelgrüne, wachsartige Blätter und grosse, trichterförmige Blüten mit einer langen Blütezeit, die von Mai bis in den Spätherbst dauert. Mandevilla lieben einen warmen, trockenen Standort und mögen keinen starken Wind. Trotzdem sollten sie gut belüftet sein. Beim Giessen schadet ihnen zu viel Wasser. Eine längere Trockenzeit halten sie hingegen gut aus. Damit sie jedoch gut und reichlich blühen, ist mässiges Giessen angesagt. Eine Düngung ist wie bei allen Saisonpflanzen in Gefässen notwendig (z.B. mit Flüssigdünger, alle 1-2 Wochen).

Bild: Diamantina Jade 'White'

Mandevilla können an einem hellen, kühlen Ort überwintert werden. Empfohlen werden Temperaturen von 10-15 Grad. Die Praxis hat gezeigt, dass auch tiefere Temperaturen (unter 10 Grad) den Pflanzen keinen Schaden zufügen). Sie treiben bereits zeitig im Frühjahr aus. Bevor sie im Mai nach draussen gezügelt werden, kann die Pflanze zurück geschnitten werden. Ein kräftiger Rückschnitt ist möglich, da Mandevilla jeweils am diesjährigen Trieb blühen.

Von Krankheiten und Schädlingen bleiben die Pflanzen weitgehend verschont, sofern sie einen passenden Standort haben und nicht zu stark gedüngt werden.

Intensive Zucht seit den 70er Jahren

Ursprünglich stammen die Mandevilla aus Mittel- und Südamerika. Sie gehören zur Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae) und sind mit dem Oleander (Nerium oleander) eng verwandt. Sie sind ebenfalls giftig (weisser Milchsaft) wie die beliebte Kübelpflanze. In Kultur sind Mandevillas bereits seit mehr als 100 Jahren; sie werden gerne als als Zimmer- und Kübelpflanzen verwendet.

Gezüchtet wurden die neuen Sorten im Betrieb von Robert und Huguette Lannes in Frankreich. Seit den 70er Jahren konzentrieren sie sich auf die Züchtung von Mandevilla und Hibiscus. Der erfolgreiche Betrieb unterhält neben zwei Anzuchtbetrieben in Frankreich und Spanien auch ein eigenes Forschungszentrum, in dem neue Sorten entwickelt werden.

Bild: Diamantina opal 'Granat'

Sag mir deinen Namen...

Was zu gewissen Unsicherheiten führt, sind die zahlreichen Namen, unter denen die Mandevilla  angepriesen werden. Der wissenschaftliche Gattungsname lautet Mandevilla. Häufig wird auch der frühere (wissenschaftliche) Name Dipladenie verwendet. Die verschiedenen Kreuzungen (Hybriden) haben nun aber noch zusätzliche (Handels-)Namen erhalten, die nicht unbedingt zur Klärung beitragen. Da es sich oft aber gleichzeitig um eingetragene Marken handelt, liegen die Gründe für diesen Namenssalat im Marketing begründet. Eingetragen ist in der Schweiz der Name Diamantina. Unter dieser Marke gibt es verschiedene Typen wie beispielsweise kleinwüchsige, die als ‚Rubis’ bezeichnet werden. ‚Jade’ sind kompakte, aufrecht wachsende, ‚Topaze’ und ‚Opale’ sind hängende, rankende und ‚Agathe’ grossblumige, rankende. Diesen Bezeichnungen wiederum folgen Sortennamen, so dass also auch der Handelsname dreiteilig wird wie bereits der gärtnerische Name (mit Gattung, Art, Sorte). Ob dies für die Kundschaft tatsächlich einfacher wird, ist fraglich.

Bild: Diamantina opale 'Citrine'

Eigene Erfahrungen

Pflanzenneuheiten werden häufig sehr gelobt ohne dass praktische Erfahrungen gesammelt werden konnten. Mit den Mandevilla-Hybriden ist das etwas anders. Sie konnten ausgiebig getestet werden. Besonders gefallen haben die dunkelroten, kletternden Typen mit ihren samtartigen Blüten. Es sind anspruchslose Pflanzen, die ab dem späten Frühjahr bis in den Herbst hinein gut aussehen und reich blühen. Die etwas zu kühle Überwinterung hat den Pflanzen nicht geschadet, aber ihr „Start“ hat sich dadurch im Frühjahr etwas verzögert. Die gelbblühende Opale ‚Citrine’ hatte wohl keinen idealen Platz: Halbschatten schien ihr nicht zu behagen, obwohl sie gut geblüht hat. Sie war stets und hartnäckig von einer  Lauskolonien bevölkert, die eine Ameisenstrasse in den dritten Stock zur Folge hatte. Zu gute Düngung bei ihrer Anzucht könnte ein weiterer Grund für den Befall gewesen sein. An einem idealeren Standort wird sich jedoch dieses Problem sicherlich nicht stellen.

Text: Elisabeth Jacob
Bilder: Green Pflanzenhandel

 

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